Senf macht dumm April 2013

Die pastenartige Würzzubereitung aus den  Samen des Weißen Senfs (Sinapis alba) wird umgangssprachlich als Senf bezeichnet. Die korrekten Bezeichnungen der Küche lauten Tafelsenf, Mostrich oder auch Kren. Unterschiedliche Mischverhältnisse mit braunen und schwarzen Senfsaaten entscheiden über den Schärfegrad der Paste. Senföle (Glykosinolate) sind die Wirkstoffe, die uns beim Genuss der Senfzubereitung die Tränen in die Augen treiben. Sogenannte cyanogene Senföle, die in großer Menge verzehrt werden, sollen in der Tat schwachsinnig machen. Diese sind aber nicht in Senfsaaten zu finden, sondern z.B. in Bittermandeln. Der Tafelsenf ist also völlig zu Unrecht beschuldigt worden die menschliche Intelligenz zu minimieren. Seine Senfölglykoside sind appetitanregend, sie fördern die Ausscheidung von Verdauungssäften und steigern die Aufnahme von Nahrungsinhaltsstoffen. Allgemein regt der Genuss von Senfsaaten die Herztätigkeit an und erhöht geringfügig den Blutdruck. Ferner wirken diese Glykoside antibakteriell, entgiftend und leicht abführend. Wer gerne Senfzubereitungen in den Speiseplan einbaut, ist doch wohl eher sehr schlau! Mostrich enthält neben Essig, Pfeffer, Karamell, Kräutern, Meerrettich (Kren) und Früchten (Feigen) auch eine beträchtliche Menge Zucker. Die kann bei der bayrischen Spezialität Weißwurstsenf sogar 20% betragen. Wie wäre es mal mit der puren gesundheitsfördernden Senfsamenkur mit Weißem Senf. Für eine 10-14-tägige Frühjahrskur werden 10 Körner täglich mit etwas Wasser nach dem Essen eingenommen. Diese Kur hilft bei Müdigkeit, schlechter Verdauung, Blähungen und Appetitlosigkeit. Für Schwangere und Kinder ist diese Kur nicht geeignet!                                                                               

Äußerlich angewendet sind Senföle gefäßerweiternd und hautreizend. Hierfür wird der sehr scharfe Schwarze Senf (Sinapis nigra) verwendet. Fein gemahlen, als sogenannte Senfmehlauflage, fördern sie die Durchblutung und Durchwärmung von Körperregionen. Geeignet ist eine Senfauflage bei Gelenkerkrankungen und Rheuma, Ischias und Hexenschuss und bronchialen Erkrankungen. Eine Handvoll Senfmehl aus der Apotheke mit  Wasser (40 Grad C) zu einem Brei verrühren und auf die betroffene Hautregion legen. Mit einem Handtuch abdecken und höchstens 10-15 Min. einwirken lassen, dann das Mehl abspülen. Die Hautpartie ist danach gerötet, erwärmt und reich durchblutet. Schlackestoffe können so effektiv abtransportiert werden. Auch als wärmendes Fußbad ist Senfmehl zu verwenden. Die oben genannte Menge des Mehls ins warme Fußbadwasser (höchstens 40 Grad C) geben. Die Anwendungsdauer beträgt auch hier 10-15 Min. Danach die Füße kalt abspülen und trockenlaufen (Anwendungen für Kinder bitte mit großer Vorsicht und nur 5 Min. lang). Für alle Senfanwendungen ist die Verarbeitungstemperatur von höchstens 40 Grad C sehr wichtig. Höhere Temperaturen zerstören die Wirksamkeit der Glykoside.  Nicht jeder Mensch kann Senfölanwendungen vertragen. Eine verlängerte Anwendungsdauer und Senfmehlüberdosierungen können zu Haut- und Nervenschäden führen. Innerlich sind Magen- und Darmreizungen möglich. Augen und Schleimhäute reagieren besonders empfindlich auf die scharfen Dämpfe der Senfsaaten.

Um von der positiven Wirkung der Senfölglykoside zu profitieren, können weitere Pflanzen gegessen werden. Antibiotisch z.B. wirkt die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), sie ist auch noch in einer Verdünnung von 1:50.000 antimikrobiell. Bereits eine tägliche Menge von 10g  Kresse oder Meerrettich verleiht dem Urin einen bakterienabwehrenden Zustand. Brokkoli können sogar mit einer Antikrebswirkung punkten. Dieses Gemüse aber bitte  nicht „totkochen“, sondern nur kurz garen, damit die Senfglykoside nicht den Hitzetod sterben. Krankheitsvorbeugend ist ein regelmäßiger Verzehr von Senfsaaten, Kresse und Kohlgemüsen. 

 

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Naturheilpraxis Heidi Schröder

 

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Heidi Schröder; ©  Fotografie Nadine Marga
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