Blümchentee Dezember 2012

„ Du trinkst Tee? Bist Du krank?“ Häufig wird mir diese Frage gestellt. Tee trinken heißt für mich einerseits Genuss, den Durst zu löschen  und eine willkommene Pause im hektischen Alltag genießen zu können. Anderseits ist er auch eine wirksame Arznei. Die heilende Wirkung vieler Kräuter ist schon seit Jahrtausenden bekannt.                                                                      Soll ein Heilpflanzentee seine bestmögliche Wirkung erzielen, so spielt die Pflanzenqualität und die Zubereitungsart eine sehr wichtige  Rolle. Voraussetzung für einen optimal wirkenden Heiltee ist die Verwendung hochwertiger Kräuter aus biologischem Anbau oder aus der Apotheke. Diese sollten möglichst im ganzen Blatt und  aromageschützt verpackt  sein, denn jede Bruchstelle des Blattes  fördert den Verlust von heilkräftigen Inhaltsstoffen (ätherische Öle).  Fertig dosierte Teebeutel mit zerkleinerten Heilkräutern werden vorwiegend genutzt. Eine Tassenportion ist schnell zubereitet und kann auch unterwegs oder am Arbeitsplatz unkompliziert aufgebrüht werden. Allerdings ist mit einem Wirkstoffverlust durch die Pulverisierung der Kräuter und luftdurchlässige Verpackung zu rechnen.                                      

Die bekannteste Teezubereitung ist der heiße Aufguss (INFUS). Die Standartdosierung für Erwachsene lautet: 1 Teelöffel getrocknetes Kraut (1 Esslöffel frisches Kraut) mit 150ml kochendem Wasser übergießen und abgedeckt 3 – 10 Min. ziehen lassen. Die wasserlöslichen Wirkstoffe gehen auch in den Wasserdampf über. Um diese kostbaren und wirkstoffreichen Stoffe nicht zu verlieren, müssen die Kondenzwassertropfen nach der Ziehzeit unbedingt zurück in den Tee getropft werden. Am Tag sind 3 Tassen, jeweils frisch zubereitet, schluckweise zu trinken. Eine Anwendungsdauer von mindestens 3 Wochen ist notwendig.  Als Durstlöscher können verdünnte Tees mit 1 Esslöffel getrocknetem Kraut pro 1 Liter Wasser zubereitet werden. Bei der Verdünnung ist  von keiner direkten arzneilichen Wirkung auszugehen. Die Färbung eines Tees gibt niemals Hinweise über die Wirksamkeit seiner Inhaltsstoffe. Ein Beispiel: der kräftig dunkler Assam Schwarztee in „Ostfriesentee -  Zubereitung“ ist  weniger anregend, als ein zart gefärbter Darjeeling Grüntee.                                 

Um einige Pflanzenheilwirkungen zu nutzen, ist der Kaltwasserauszug (MAZERAT) nötig. Hier wird das Kraut (Dosierung oben) mit  kaltem Wasser übergossen. Die reizmildernden Schleimstoffe sollen  ausgelöst werden, um gereizten Schleimhäuten z.B. einen Schutzfilm zu verleihen. Die Zeit des Ausziehens verlängert sich  auf 1 – 2 Stunden. Eine Erhitzung der Schleimstoffe zerstört ihre Wirkung größtenteils. Beim Mazerat muss jede Tasse neu hergestellt werden, da die Keimentwicklung sehr hoch ist, wenn dieser lange steht. Schleimstoffdrogen dürfen nur bedingt und zeitbegrenzt angewendet werden! Bei sehr harten, verholzten Pflanzenteilen wie Wurzeln, Schalen oder Samen mit ätherischen Ölen müssen diese gemörsert oder zerkleinert werden. Sie werden mit heißem Wasser übergossen und  abgedeckt stehen gelassen, bis der Aufguss erkaltet ist. Um die optimale Ausbeute zu erlangen sind  INFUS und MAZERAT kombiniert. Bei einem Hagebuttenauszug z.B. ist diese Methode sehr zu empfehlen.                                                                                

Viele vorgefertigte Teemischungen enthalten eine stattliche Anzahl verschiedener Kräuter. Jedoch ist das Basismittel der Mischung, welches den größten Anteil der Teemischung ausmachen sollte, wegweisend für die Heilwirkung. Es muss  in der Zutatenliste an erster Stelle aufgeführt sein. Weitere Kräuter in Mischungen sind lediglich Geschmacksverbesserer und Füllmittel.

Auf der Heilteeverpackung wird der Verbraucher im Aufdruck stets über die korrekte Pflanzenbezeichnung, den verwendeten Pflanzenteil, die Zubereitungsvorschriften, die Dosierung und den Anwendungszeitraum informiert. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.                                                                                                                                 

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Heidi Schröder; ©  Fotografie Nadine Marga
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